Um die Wettbewerbsfähigkeit des niederländischen Körperschaftsteuersystems zu steigern, hat das niederländische Finanzministerium einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der in weiteren Fällen zur Abschaffung der niederländischen Quellensteuer auf Dividenden führen wird. Darüber hinaus werden Maßnahmen gegen missbräuchliche Steuerplanung eingeführt, bei denen Steuerzahler versuchen, die Quellensteuer auf Dividenden zu vermeiden. Ziel ist die Umsetzung der Rechtsvorschriften zum 1. Januar 2018. Darüber hinaus wird die (niederländische) Steuergemeinschaft aufgefordert, Kommentare zu diesem Gesetzesentwurf abzugeben.

Aktuell

Derzeit unterliegen Gewinnausschüttungen niederländischer juristischer Personen einer niederländischen Quellensteuer von 15 %, es sei denn, ein mögliches Steuerabkommen schreibt einen niedrigeren Satz vor.

Die niederländische Genossenschaft unterliegt im Allgemeinen nicht der niederländischen Quellensteuer auf Dividenden. Infolgedessen wird die niederländische Genossenschaft in vielen internationalen Steuerstrukturen verwendet. Darüber hinaus sind körperschaftliche Anteilseigner niederländischer Unternehmen in der EU/im EWR aufgrund der Anwendung der Mutter-Tochter-Richtlinie häufig auch von der niederländischen Quellensteuer auf Dividenden befreit.

Vorschlag

Der neue Vorschlag sieht vor, dass alle Ausschüttungen an körperschaftliche Anteilseigner aller niederländischen Unternehmen nicht mehr der niederländischen Quellensteuer auf Dividenden unterliegen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

Die Missbrauchsbekämpfungsvorschrift ist normalerweise nicht anwendbar, wenn das niederländische Unternehmen direkt von einem operativen Unternehmen in einem anderen Land gehalten wird. Bei (passiven) Zwischenholdings, die Aktien besitzen, wird weiterhin niederländische Quellensteuer auf Dividenden erhoben, wenn die Struktur ist:

a) künstlich; und
b) das primäre Ziel ist die Vermeidung der Erhebung der niederländischen Quellensteuer auf Dividenden

Änderungen an der niederländischen Genossenschaft

Niederländische Genossenschaften werden nicht mehr von der niederländischen Quellensteuer auf Dividenden befreit, wenn sie sich als sogenannte Holding-Genossenschaft qualifizieren würden.

Eine Coop gilt als Holding Coop, wenn ihre Tätigkeit hauptsächlich (zu mindestens 70 %) aus dem Halten von Beteiligungen oder der direkten und indirekten Finanzierung von verbundenen Unternehmen oder Personen besteht. Der Aktivitätstest basiert auf den Aktivitäten der Coop im Jahr vor der Dividendenausschüttung.

Für Mitglieder dieser Holding-Genossenschaften ist in der Regel noch eine Befreiung möglich, wenn ihnen weniger als 5 % des Gewinns oder Liquidationserlöses zustehen. Die Beteiligung anderer verbundener Mitglieder an der Genossenschaft wird in die Berechnung einbezogen, um festzustellen, ob die 5%-Schwelle überschritten wurde.

Für Private-Equity-Strukturen kann die Befreiung von der Quellensteuer auf Dividenden weiterhin gelten. Es ist eine weitere Klärung über die Art der Bedingungen erforderlich.

Obwohl Dividendenausschüttungen der Holding Coop in den Anwendungsbereich der niederländischen Dividendenquellensteuer fallen können, darf weiterhin keine Dividendenquellensteuer in Bezug auf Ausschüttungen an in den Niederlanden ansässige Unternehmensaktionäre erhoben werden:

Wir verweisen auf unsere Ausführungen zur Ausweitung der Quellensteuerbefreiung für Dividenden auf alle niederländischen juristischen Personen.

Vorwärts gehen

Nach Abschluss der Konsultation wird ein endgültiger Vorschlag am niederländischen Haushaltstag (19. September 2017) erwartet. Es wird erwartet, dass die neue Gesetzgebung ab dem 1. Januar 2018 in Kraft treten wird.

Da der Vorschlagsentwurf keine Übergangsbestimmungen oder Bestandsschutzregelungen für bestehende Strukturen enthält, ist es am besten, die Folgen für Ihr Unternehmen so bald wie möglich zu bewerten.

Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, wenden Sie sich bitte an Guido van Asperen (+31 615041623 oder guido.van.asperen@fisconti.nl).